Die weit überwiegende Anzahl der Jurastudentinnen und Jurastudenten besucht zur Vorbereitung auf das erste Staatsexamen mittlerweile private Repetitorien, um sich dort gegen entsprechende Bezahlung auf die Prüfungen vorbereiten zu lassen. Das ist nur einer der Gründe, der von den Befürwortern einer Reform der Juristenausbildung ins Feld geführt wird.
Insbesondere die universitäre Ausbildung wird vielfach kritisiert: Der werdende Jurist lerne zu viel Theorie, studiere an der Praxis vorbei und werde nur unzureichend vor allem auf das erste Staatsexamen vorbereitet. Bemängelt wird auch, dass ökonomisches Wissen im Studium zu kurz komme.
Praxisfernes Pauken
Der deutsche Jurist wird mit dem Ziel der Befähigung zum Richteramt ausgebildet. Der Tatsache, dass die meisten Absolventen später eine anwaltliche Laufbahn einschlagen, würden Studium und Referendariat aber nur unzureichend gerecht, so die Kritiker. Sie beklagen, dass deutsche Juristinnen und Juristen in ihrer Ausbildung zu viel Theorie, zu viel Dogmatik und zu wenig Praxisrelevantes vermittelt werde. Auch sei das Wissen um ökonomische Zusammenhänge unter Juristen unterentwickelt. Ein Umstand, der sich insbesondere bei der Folgenabwägung gesetzgeberischer Entscheidungen negativ auswirke.
Den augenfälligsten Beweis für den Reformbedarf der deutschen Juristenausbildung sehen die Meisten aber darin, dass nach wie vor fast 90 Prozent der deutschen Jurastudierenden neben dem Studium ein oder mehrere private Repetitorien besuchten. Das zeige, dass sich nur die wenigsten Studentinnen und Studenten durch die Universitäten ausreichend auf das juristische Staatsexamen vorbereitet fühlten.
Materialien zur Reform der Juristenausbildung
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